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MediEvil – das Remake im Test

Autor des Artikels: Steven Wilcken

Sony hat schon lange bitten von Fans der alten MediEvil Serie erhalten, die Marke doch bitte in modernen gewand zurückzubringen. Der bitte wurde wurde lange nicht entsprochen – jetzt gab sich Sony einen Ruck und brachte zumindest ein Remake des ersten Teils auf den Markt. Sony hat uns ein Exemplar zugesendet, sodass wir in aller Ruhe das Spiel ausprobieren konnten.

Ein gescheiterter Held kann alles wieder gut machen
Wer das Original aus dem 90ziger Jahren kennt, der kann sich vermutlich noch an die Story erinnern. Ein böser Zauberer hält die Welt von MediEvil in Atem. In einem finalen Kampf möchte sich Sir Daniel Fortesque rächen, scheitert bei diesem Versuch aber gleich zu Beginn der Auseinandersetzung und lässt dabei sein leben. Die anderen Helden kämpften weiter und besiegten den Zauberer.

Jahre später holt der selbe Zauberer zu einem zweiten Act aus. Mit einem Zauber gelingt es ihn Tote zurück ins Leben zu holen und sich so eine neue Armee aufzubauen. Nur hätte er wohl nicht gedacht, dass dabei auch Sir Daniel Fortesque aus seiner Totenruhe wiedererweckt wird. Und so begeben wir uns ins Rennen um den Zauberer ein zweites Mal in seine Schranken zu weisen.

Aus Alt mach Alt!
Eins muss man den Entwicklern lassen. Man hat sich unheimlich stark an dem original orientiert. Man hat quasi die alte Spielmechanik vollständig übernommen und in ein modernes Gewand gesteckt. Wir gehen mir unserem Helden Sir Daniel Fortesque durch kurze Level und dreschen mit verschiedenen Waffen – die wir uns erst nach und nach verdienen – auf die Gegner ein. Was für Fans natürlich ein Traum ist, dürfte für neuzugänge im späteren Verlauf des Spiels jedoch für etwas Frust sorgen.

Wie schon damals gibt es keine Schwierigkeitsgrade und ist MediEvil am Anfang noch sehr einfach zu spielen, zieht die Schwierigkeit im späteren Verlauf urplötzlich an. Schwierigkeit ist dabei nicht das Problem – jedoch möchte das Spiel von uns, dass wir nach einem scheitern wieder von vorne anfangen. Und so kommt es nicht selten vor, dass wir ein Level fast abgeschlossen haben und uns wieder im Startgebiet nach einem scheitern aufhalten.

Auf der anderen Seite muss man sagen, dass man hier ein sehr authentisches MediEvil erhält, dass eben einfach Schwächen und Stärken des damaligen Originals übernimmt.

Einige spielerische Schwächen – optisch toll
Wo man bei dem Schwierigkeitsgrad gerne noch ein Auge zudrückt sind es dann jedoch vor allem die Portierungsfehler, die auf die gesamte Wertung schlagen. So hat man leider das Kampfsystem nicht weiter optimiert. Wir bekommen nahezu kein Feedback ob wir einen gegner getroffen haben oder nicht. Darüber hinaus verfängt sich die Kamera in Kämpfen gerne einmal. Beide Sachen hätte man ruhig mehr optimieren dürfen!

Auf der anderen Seite hat man viel Liebe in die neue Optik gesteckt. Zahlreiche Details wurden liebevoll herausgearbeitet und MediEvil sieht in seiner neuen Form wirklich toll aus. Dazu der tolle Soundtrack – für Fans alter Stunde garantierte Gänsehaut!

Fazit
MediEvil dürfte für viele Spieler Segen und Fluch zugleich sein. Auf der einen Seite ist die Marke endlich zurück und macht genau so viel Spaß wie damals! Neuzugänge dürften sich jedoch fragen, weshalb wir damals auf diese Art von Spiel so abgefahren sind. Es fehlt der Komfort der heutigen Spiele.

Auf der anderen Seite ist MediEvil kein Vollpreis-Spiel und bietet für günstiges Geld wirklich sehr viel Unterhaltung. Es bleibt daher zu hoffen, dass MediEvil mit seinem Remake – trotz vieler Schwächen – viele Fans findet damit die Marke möglicherweise irgendwann mal ein komplettes Comeback feiern darf. Z.b. mit einem komplett neuen Teil.

Kaufempfehlung: Ja – Jump&Run und Action-Adventure Fans sollten es ausprobieren. Fans alter Stunde greifen sowieso zu!